Samhain unter Sternen: Zwischen Anderswelt und Milchstraße

Frankfurt am Main, 14.10.2026 – In Irland hat Halloween einen besonderen Platz im Kalender, reichen doch dessen Wurzeln hier über zwei Jahrtausende zurück. Schon damals markierte das keltische Samhain als eines der wichtigsten Feste im Jahr den Übergang vom Sommer in die dunkle Jahreszeit. Zugleich galt es als Schwelle zur sogenannten Anderswelt, in der Feen und weitere fabelhafte Wesen den Menschen begegnen. Heute braucht es keine Geister, um die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November (und deren Nachbarnächte) geheimnisvoll zu machen. Schließlich wird es Ende Oktober in Irland früh dunkel, und abseits der Städte beginnt ein Schauspiel, das die Menschen seit zig Generationen faszinieren dürfte: In den klaren Herbstnächsten lassen sich allein mit bloßem Auge die Milchstraße, Planeten und Tausende funkelnde Sterne beobachten. Beim Blick durchs Teleskop erscheinen freilich noch weit mehr.
Stargazing deluxe, gehört Irland doch nachweislich zu den europäischen Ländern mit den besten Bedingungen für die Beobachtung des Nachthimmels. Die Gründe liegen auf der Hand: Große, dünn besiedelte Regionen und geschützte Landschaften halten künstliches Licht fern. Mehrere ausgewiesene Dark-Sky-Gebiete sorgen sich um maximale Dunkelheit und bieten zudem Veranstaltungen, Wanderungen und Vorträge auf höchstem Niveau. Besonders spannend wird es dort, wo Astronomie auf Archäologie und die alten Geschichten der Insel trifft.
Mayo: Samhain unter einem besonders dunklen Himmel
Bei Irlands erstem international anerkannten Dark Sky Park, dem im Nordwesten der Insel befindlichen Mayo Dark Sky Park, ist das der Fall. Das rund 150 Quadratkilometer große, mit dem Wild Nephin National Park fast deckungsgleiche Gebiet erhielt bereits 2016 den Gold-Status von DarkSky International, eine Art Ritterschlag von höchster Stelle (zu den Kategorien, siehe unten). 2024 wurde es zudem als „International Dark Sky Place of the Year“ ausgezeichnet. Begründung: Dank weiter Moorlandschaften und zahlreicher Berge bildet das Areal am Wild Atlantic Way einen idealen Ort, um das funkelnde Himmelszelt bei minimaler Lichtverschmutzung zu beobachten. Zudem begeistert das sukzessive ausgebaute Kultur- und Wissenschaftsprogramm. Da finden Sternenwanderungen ebenso regelmäßig statt wie im Besucherzentrum von Ballycroy „Dark Sky Storytelling“-Abende, astronomische Workshops und Vorträge von Experten, die Einblicke in die Astronomie und die Bedeutung des Nachthimmels für verschiedene Kulturen geben.
Beim Mayo Dark Sky Festival ballt sich das Angebot, 2026 fällt es genau auf Halloween respektive Samhain. Vom 30. Oktober bis 1. November feiert das Event zudem sein zehnjähriges Bestehen – noch ein Grund zum Jubeln. Auf dem Programm stehen Planetariumshows, Vorträge, Dark-Sky-Walks und Stargazing-Sessions, unter anderem an historischen Schauplätzen wie dem Kloster Burrishoole Abbey. Hinzukommen Musikdarbietungen und Familienprogramme wie eine Laternenwanderung. Das Konzept wirkt weniger wie eine klassische Halloween-Show als wie eine zeitgemäße Rückbesinnung auf das, was Samhain einst bedeutete: der Beginn der dunklen Jahreszeit, Natur, Geschichten und der Blick in einen Himmel, der plötzlich wieder ganz groß erscheint.
Sperrin Mountains: Wo Sterne auf Steinkreise treffen
Interessant ist auch, was in den nordirischen Sperrin Mountains passiert. Der OM Dark Sky Park & Observatory verbindet auf einmalige Weise Astronomie mit Archäologie. So geht es für Besucher unter fachkundiger Führung zu den prähistorischen Beaghmore Stone Circles, einem Ensemble aus Steinringen, Steinreihen, als Begräbnisstätte dienenden Steinhügeln und insgesamt über 1200 kleineren, aufrechten Steinen. Auf Anfrage erzählen Guides von den archäologischen Rätseln der Anlage und ihrer möglichen Verbindung zum Himmel, bevor moderne Teleskope den Blick genau dorthin richten. Aber nicht nur bei der „Stars and Stones Experience“ gehören Geschichten zur Geschichte und Beobachtungen mit leistungsfähigen Teleskopen zum Angebot, sondern überall im rund um Davagh Forest befindlichen international anerkannten Dark Sky Park – und vor allem in dessen Zentrum mit seinen zeitgenössischen Erlebnisausstellungen. Zu den Highlights gehören das hochmoderne Observatorium sowie informative Touchscreens, Mond-Hologramme und Virtual-Reality-Animationen, die Interessierte an der Geburt kapitaler Sterne teilhaben lassen oder das bezaubernde Farbenspiel der Polarlichter illustrieren.
Ein Highlight im Veranstaltungskalender sind übrigens die „Bat Walks“ bei Sonnenuntergang, wobei 2026 passenderweise ein Termin auf den 31. Oktober fällt! Und wer die Nacht verlängern möchte, kann gleich in mehreren Unterkünften mit Glasdächern übernachten und die Sterne sogar vom Bett aus beobachten, eine davon heißt „Sperrinview Glamping“.
Kerry: Astronomie trifft Archäologie
Ganz im Südwesten der Insel liegt mit dem Kerry International Dark Sky Reserve ein weiteres Sternenparadies. Das etwa 700 Quadratkilometer große Areal erstreckt sich fast über die gesamte Iveragh-Halbinsel. Der Zugang ist wie in allen Dark Sky Parks und Reserves kostenlos, sodass jeder und jede in aller Ruhe die Sterne betrachten kann – bis spät in die Nacht oder gar bis in den Morgen hinein. Und wer dazu Profi-Unterstützung haben will, bitte: Der Astro-Tourismus im County Kerry wird seit Jahren ausgebaut und immer professioneller. So bietet der Park geführte Dark-Sky-Walks und spezielle Kombi-Touren an. Bei „Astronomy and Archaeology After Dark“ etwa geht es zu prähistorischen Monumenten, Felsbildern und Steinkreisen. Bei den auch Ende Oktober noch individuell buchbaren Veranstaltungen werden dann lokale Geschichte, Mythologie und die Bedeutung des Himmels miteinander verwoben – und bei klarem Wetter das Teleskop zum Einsatz gebracht.
Gut zu wissen: 2026 wurden und werden die geführten Dark-Sky-Angebote weiter ausgebaut, ebenso Festivalformate wie die „Kerry Nights“ im Rahmen des Skellig Coast Dark Sky Festival (das nächste findet Ende März 2027 statt). Zugleich soll ein digitales Monitoringsystem mit bis zu 25 Messstationen die „Qualität des Nachthimmels“ laufend erfassen und damit den Gold-Tier-Status, also die höchste Qualitätsstufe, langfristig sichern. Wer weiß, vielleicht wird in den kommenden Jahren auch in Kerry das Programm an Halloween ausgebaut? Das besondere Fest verspricht jedenfalls noch einmal eine Extraportion Mystik am Himmel.
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Hintergrund: Ein Nachthimmel, fünf Dunkelkategorien
DarkSky International, Nachfolger der früheren International Dark-Sky Association (IDA), unterscheidet heutzutage fünf Kategorien für besonders schützenswerte Orte mit dunklem Nachthimmel. Dark Sky Sanctuaries sind besonders abgelegene Gebiete mit außergewöhnlich dunklem Himmel und kaum Lichtverschmutzung. Dark Sky Parks schützen Naturgebiete und ihre nächtliche Umgebung und machen sie für Besucher zugänglich. Dark Sky Reserves verbinden eine besonders dunkle Kernzone mit einem größeren Umfeld, in dem ebenfalls Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung ergriffen werden. Dark Sky Communities sind Städte und Gemeinden mit verbindlichen Regeln für eine verantwortungsvolle Außenbeleuchtung. Urban Night Sky Places schließlich schaffen auch in Stadtnähe möglichst authentische Nachterlebnisse. Auf der Insel Irland gibt es derzeit drei offizielle Dark-Sky-Gebiete: den Mayo Dark Sky Park und den OM Dark Sky Park and Observatory in Nordirland sowie das Kerry International Dark Sky Reserve. Was bei allen dreien stets im Fokus steht, ist der Natur-, Umwelt- und Artenschutz. Schließlich schützt die natürliche Dunkelheit Insektenpopulationen und dient als dringend benötigter Rückzugsort für nachtaktive Tiere, darunter Vögel, Fledermäuse, Füchse und andere Tiere, die sonst kaum noch dunkle Regionen finden.
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Sternstunden unter irischem Himmel: Was wann wie stark funkelt
Irlands Sternenhimmel bietet das ganze Jahr über spannende Beobachtungen. Von November bis Februar sind die Nächte besonders lang und eignen sich bestens für das Sichten der Milchstraße, von Wintersternbildern wie Orion sowie von hellen Planeten. An der Westküste, etwa in Kerry und Mayo, können atlantische Wetterlagen für klare Nächte sorgen. Mitte Dezember kommt es mit den Geminiden zum stärksten Sternschnuppenstrom im Jahr, Anfang Januar folgen die diesbezüglich ebenfalls aktiven Quadrantiden. März und April sind günstig, um Galaxien und Nebel zu sehen. Vorteil Sommer: Zwar sind die Nächte kurz, dafür aber meist warm und zudem locken schöne Abendhimmel. Der August bringt mit den Perseiden einen weiteren Höhepunkt und zigtausende Sternschnuppen. Naheliegend: Besonders dunkle Bedingungen herrschen rund um den Neumond. Die nächsten Termine: 9. November und 9. Dezember 2026, 7. Januar, 6. Februar und 8. März 2027.
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Wenn Sie mehr über Irland erfahren möchten, hören Sie doch einfach mal rein in die Podcasts von Tourism Ireland.
https://www.ireland.com/de-de/things-to-do/themes/culture/halloween-in-ireland/
https://happyirishwanderers.com/stargazing-in-ireland-the-dark-sky/
https://www.nationalparks.ie/wild-nephin/
https://www.ireland.com/de-de/destinations/experiences/wild-atlantic-way/
https://mayodarkskyfestival.ie
https://www.ireland.com/de-de/destinations/regions/the-sperrins/
https://omdarksky.com/whats-on/omdarksky.com
https://www.kerrydarkskytourism.com/
https://www.discoveriveragh.ie/
https://darksky.org/what-we-do/international-dark-sky-places/dark-sky-place-types
Weitere Links:
https://discovernorthernireland.com/listing/stars-and-stones-experience/75119101
www.visitmidulster.com/things-to-do/go-star-gazing
www.irishexaminer.com/news/munster/arid-41849508.html
Schlagwörter: Irland | Nordirland | Dark Sky Parks | Mayo | Kerry | Sperrin Mountains | Astronomie | Stargazing | Sternenbeobachtung
(14.10.2026-ch)
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