Guinness – das schwarze Gold Irlands feiert mehrfach
Jeder Irish Pub zwischen München und Miami schenkt es aus, in Irland ist es ohnehin omnipräsent: Guinness, das berühmte Stout aus Dublin.

Frankfurt am Main, 21.10.2025 – Guinness – dunkel-röstig, samtweich im Mund, mit einer bittersüßen Tiefe, die an Schokolade und Kaffee erinnert – ist nicht irgendein Bier. Es ist DAS Bier in Irland. Eine Ikone im Pub, im Restaurant, im Privaten. Auch wenn noch viele andere Marken und auch Sorten wie sämtliche Arten von Ales in Irland existieren (inklusive anderer Stouts, wie die dunklen, meist obergärigen Biere mit Röstmalzaromatik heißen), behauptet Guinness mit einem Marktanteil von über 35 Prozent seine Spitzenposition auf der Insel. Quasi in jedem der rund 7.000-8.000 Pubs zwischen Dublin und Galway, Belfast und Waterford wird es frisch gezapft. Dabei erfreut es sich auch bei Gästen aus dem Ausland großer Beliebtheit. Nicht wenige meinen, dass ihnen das eigenwillige Gebräu zwar eigentlich nicht so schmecke, aber es gehöre eben „einfach zu Irland“, so wie Live-Musik auf der Bühne, Fish’n’Chips auf der Snackkarte und Schafherden auf grünen Hügeln. Andere wiederum kriegen gar nicht genug davon. Wie schrieb einmal ein begeisterter Reisejournalist? „Guinness trinken ist, als würde der liebe Gott in langen, schwarzen Strumpfhosen genussvoll die Kehle hinunterspazieren.“
Gen Z liebt das G
Dem allgemein rückläufigen Bierkonsum in Irland zum Trotz hat Guinness in den vergangenen Jahren gut performt, gar einen bemerkenswerten Aufschwung verzeichnet. Das liegt zum einen am enormen Erfolg der alkoholfreien Variante Guinness 0.0, aber selbst beim „Original“ stiegen die monatlichen Verkaufszahlen 2024 im Vergleich zum Vorjahr zeitweilig um bis zu 20 Prozent an. Kurios: Das führte in Großbritannien zeitweilig zu einer vorübergehenden Knappheit in Pubs – und zu Schlagzeilen. Als wesentlicher Faktor für diesen Anstieg wird gern die zunehmende Beliebtheit unter jüngeren Konsumenten, insbesondere der Generation Z genannt, nicht zuletzt durch das Aufkommen des Social-Media-Phänomens „Splitting the G“, bei dem man versucht, das Bier beim ersten Ansetzen soweit zu leeren, dass der Schaumrand am Ende haargenau in der Mitte des Anfangsbuchstabens zum Stehen kommt, wenn das Glas wieder abgesetzt ist.
Die steigende Beliebtheit spiegelt sich auch im enormen Interesse am Gründungsstandort der Brauerei wider, dem St. James’s Gate in Dublin. Das zwischen aktiven Brauereihallen befindliche Guinness Storehouse hat es, noch vor dem Dublin Zoo, der Book of Kells Experience, EPIC und dem Dublin Castle, gar zur meistbesuchten Sehenswürdigkeit der irischen Hauptstadt geschafft: 2024 kamen 1,65 Millionen Besucher, fast so viele wie im „Guinness-Rekord“-Jahr 2017. Ob der 2025 geknackt wird? Möglich, denn 2025 ist Guinness noch ein bisschen angesagter, was nicht zuletzt an gleich zwei Jubiläen liegt.
300 Jahre Arthur Guinness, 25 Jahre Guinness Storehouse
Das eine ist der 25. Geburtstag eben jenes Guinness Storehouses. Unter dem Motto „Alive in 25: creativity and community“ finden bereits das ganze Jahr über vermehrt kulturelle Events, Community-Projekte, Partys und Konzerte statt. Kompakter wurde das Programm bereits in den Wochen um den St. Patrick’s Day, als die preisgekrönte Künstlerin Leah Hewson die sieben Etagen mit farbenfroher und mutiger Kunst umgestaltete, ebenso rund um den 300. Geburtstag des visionären Brauereigründers Arthur Guinness am 24. September. Das ist auch das zweite Jubiläum des Jahres, wobei das größte Ehrenevent nicht in Dublin, sondern in Kildare begangen wurde: das „Arthur Guinness 300“ im Ardclough Village Centre.
Geballte Aktivitäten sind auf dem Dubliner Biergelände aber wieder rund um den Storehouse-Gründungstag am 27. November zu erwarten, wobei das genaue Programm noch geheim ist. Auf jeden Fall werden weiterhin spezielle Kunst-Installationen zu sehen sein, etwa das visuelle Kunstprojekt „These Walls“. Derart gestaltet sich der Rundgang, der Besuchern auf sieben Etagen interaktive Einblicke in die Kunst des Brauens gibt (unter anderem im recht neuen Bereich namens „Ingredients Floor“), noch lebendiger. Neben der Brauereigeschichte wird übrigens auch stets der starke Bezug zu Dublin thematisiert, kaufte doch die Bier-Familie für ihre Arbeiter jede Menge Häuser, Bäder und Märkte, von denen viele noch heute bestehen. Damit leistete die Familie gleichzeitig auch einen bedeutenden Beitrag zur Stadtentwicklung Dublins.

Stadtausblicke, Zapfeinblicke
Einen grandiosen Blick auf die Stadt ermöglicht die „Gravity Bar“, die den erhabenen Abschluss der Storehouse-Tour bildet. Empfehlenswert ist dort oben aber auch der Blick zum Tresen, wo sich lernen lässt, wie man das perfekte Pint Guinness zapft. Vor allem: behutsam. Nur so kann sich die aufgewühlte Flüssigkeitsmenge nach all dem sanften Wirbeln beruhigen und die Farbe von kaffeebraun zu seinem berühmten rubinroten Farbton wechseln, der sich erst bei genauerem Hinsehen offenbart. Auch wichtig: Der Schaum muss bis zum Glasrand reichen. Dass da der eine oder andere Schwapp für klebrige Tresen und Tische sorgt, gehört ebenso zum lockeren irischen Lebensgefühl wie ab und zu ein Pint auszugeben – gern auch mal einem unbekannten Besucher.
Auf der Suche nach dem idealen Pint Guinness
Wo in Dublin das beste Pint Guinness gezapft wird? Das liegt freilich im Auge oder besser: im Mund des Betrachters. Seinen Favoriten kann man aber nicht nur auf eigene Faust herausbekommen, sondern auch als Teilnehmer an der „Perfect Pint Tour“. Diese köstliche dreistündige Expedition, von den Kindheitsfreunden Dave Beirne und Keith McGovern ins Leben gerufen, bietet ihren Gästen eine Kurzfassung der Geschichte Dublins und der Guinness-Brauerei und macht „nebenbei“ Station in einigen der schönsten Pubs abseits des Touristenrummels. Dazu zählen das historische viktorianische Juwel „Ryan’s of Parkgate St“ ebenso wie das als „The Gravediggers“ bekannte, recht schlichte, aber fast 200 Jahre alte „John Kavanagh’s“. Manche Stimmen behaupten übrigens, die besten Pints gebe es außerhalb von Dublin, etwa im „White’s Store“ in Belfast. In „Ireland’s first Guinness only Bar“ dreht sich tatsächlich alles um Guinness, sogar die Cocktails, sei es in Gestalt eines Guinness Martini oder einer Guinness-Vanille-Margarita.
Und was ist mit dem Guinness Lake? Ist er nur eine schlaraffenlandläufige Fantasie von Biertrinkern, die zu tief ins Pint geschaut haben? Nein, der existiert wirklich. Der Lough Tay, wie er eigentlich heißt, liegt malerisch in den Wicklow Mountains südlich von Dublin auf dem ehemaligen Landgut der Guinness-Familie. Plus: Sein dunkles Wasser und der helle Sandstreifen am Ufer erinnern verblüffend an ein überdimensionales Glas Guinness – samt cremiger Schaumkrone.
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Hintergrund: Die Geschichte der Guinness-Brauerei
Als Arthur Guinness 1759 in Dublin den Pachtvertrag für St. James’s Gate unterzeichnete, dachte er in Dimensionen, die bis heute beeindrucken: 9.000 Jahre Laufzeit, 45 Pfund Jahresmiete und 100 Pfund Anzahlung für ein vier Morgen großes, halb verfallenes Brauereigelände. Mit Kupferkessel, Mälzereien und Ställen für zwölf Pferde ausgestattet, legte er den Grundstein für eine weltweite Erfolgsgeschichte. Schon 1769 gingen die ersten Fässer Stout nach England. Im 19. Jahrhundert war St. James’s Gate längst eine „Stadt in der Stadt“ – mit eigener Eisenbahn, Feuerwehr, Küferei und Werkskähnen auf den Dubliner Wasserwegen. Bis heute zahlt Guinness offiziell die ursprüngliche Jahresmiete von 45 Pfund.
Kuriose Geschichten begleiten die Marke: So galt Guinness lange als sogenanntes „Nährbier“ und wurde sogar in Krankenhäusern für Genesende empfohlen – ein Image, das der kräftige Malzgeschmack und die cremige Textur verstärkten. Ebenso prägend ist das Harfenlogo: Guinness registrierte es 1876 als Markenzeichen, allerdings spiegelverkehrt, um es vom offiziellen Staatswappen Irlands zu unterscheiden. Und modern bleibt die Brauerei auch: Seit 2018 können Besucher im Guinness Storehouse ihr Selfie auf den Schaum eines frisch gezapften Pints drucken lassen – die „Stoutie“. Zwischen Tradition, Wissenschaft und Augenzwinkern zeigt sich so, warum Guinness seit über 250 Jahren Kultstatus genießt.
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Der besondere Tipp: Netflix-Serie „House of Guinness“
Über die Jahre haben Arthur Guinness und seine Nachfahren die Marke zur größten Stout-Brauerei der Welt und zu einer Touristenattraktion gemacht. Die Geschichte lässt sich derzeit frei erzählt als auch auf dem Bildschirm nachverfolgen. Die neue Netflix-Serie „House of Guinness“ entführt die Zuschauer in das Dublin des Jahres 1868, wo nach dem Tod von Sir Benjamin Guinness seine vier Kinder – Arthur, Edward, Anne und Ben – um das Erbe und die Zukunft der Brauerei kämpfen. Die achtteilige historische Dramaserie, geschaffen von Steven Knight (bekannt durch „Peaky Blinders“), kombiniert reale Ereignisse mit fiktionalen Elementen und beleuchtet die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie sowie die politischen Spannungen jener Zeit.
Die Besetzung umfasst unter anderem Anthony Boyle als Arthur Guinness, Louis Partridge als Edward Guinness und Emily Fairn als Anne Plunket. „House of Guinness“ bietet nicht nur einen Einblick in die Geschichte einer der bekanntesten Brauereifamilien der Welt, sondern auch in die sozialen und politischen Herausforderungen des 19. Jahrhunderts. Die Serie ist ein Muss für Geschichtsinteressierte und Liebhaber komplexer Familiendramen.
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Wenn Sie mehr über Irland erfahren möchten, hören Sie doch einfach mal rein in die Podcasts von Tourism Ireland
Links:
https://www.irishtimes.com/business/st-james-s-gate-a-brief-history-1.1308346
https://www.ireland.com/de-de/destinations/experiences/dublin/
https://www.ireland.com/de-de/things-to-do/attractions/guinness-storehouse/
https://www.visittrinity.ie/book-of-kells-experience/
https://intokildare.ie/directory/things-to-do-in-kildare/ardclough-village-centre/
www.guinness-storehouse.com/en/whats-hoppening/the-gravity-bar
www.thebuckleycollection.ie/ryans-parkgate-street
www.visitdublin.com/john-kavanagh-the-gravediggers
www.whitestavernbelfast.com/whites-store
www.visitwicklow.ie/listing/lough-tay-guinness-lake
https://www.netflix.com/de-en/title/81664250
Schlagwörter: Guinness | Stout | Bier | Kulinarik | Gravity Bar | Guinness Storehouse | Dublin | Irland
(21.10.2025-ch)
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