Achill Island: Berge, Strand, Meer und Moore
Irlands größte Insel ist nur einen (weiten) Steinwurf vom Festland entfernt, doch eine Welt für sich und ein Paradies für alle, die Entspannung lieben.

Frankfurt am Main, 21.4.2026 – Rund um Irland gibt es rund 80 größere Inseln. Von denen sind etwa 20 dauerhaft bewohnt. So auch Achill Island im County Mayo, mit knapp 150 Quadratkilometern die größte von allen. Mit ihrem Mix aus aufragenden Bergen und aufregenden Stränden, Mooren und Wiesen bereitet sie zudem größtes Outdoor-Vergnügen. Allen voran Spaziergängern und Wanderern, etwa in Gestalt des Granuaile Loop Walk, der beim Dorf Achill Sound und somit gleich hinter der 2008 errichteten Drehbrücke namens Michael-Davitt-Bridge startet. Zu Beginn ist der Weg noch eben, „Mainland Ireland“ zum Greifen nah. Beim Grace‘O Malley’s Towerhouse, nach der berühmten „Piratenkönigin“ benannt, könnte man womöglich sogar rüberschwimmen – wobei die selbst im Sommer kaum 14–16 Grad übersteigende Wassertemperatur dagegen sprechen. Für eine Fortsetzung der Wanderung ums Inseleck spricht hingegen vieles. Ebenso für eine Pause, jetzt mit Blick auf den weiten Atlantik, unmittelbar am Wild Atlantic Way.
Hi, Riesenhaie!
Wer sich etwas von dem verkehrsarmen Sträßchen entfernt, findet jede Menge Top-Logenplätze. Wobei sich das Setting ähnelt: Unter einem die gegen Felsen klatschenden Wellen, in der Ferne Kanada, das nach 3.000 Kilometern als nächste Landmasse auftauchen würde. Apropos auftauchen: Gut möglich, dass auch ab und zu Rückenflossen an die Oberfläche kommen, denn rund um Achill tummeln sich mit Vorliebe Schweinswale und Delfine. Unter Wasser ließe sich beim Schnorcheln und Tauchen noch mehr entdecken, etwa Drückerfische und Spinnenkrabben sowie die größte Attraktion der Region: bis zu acht Meter lange Riesenhaie. Angst braucht niemand zu haben, Respekt schon. Wie Walhaie bewegen sich die zahnlosen Fische mit dem Megamaul langsam durchs Wasser und ernähren sich von Plankton. Zum Glück sind die Zeiten lange vorbei, als sie wegen ihres Öls gejagt wurden. Daher können sich die sanften Riesen hier wieder gefahrlos blicken lassen, was sie vor allem im Mai und Juni gerne tun. Klar, dass sich dann Tauchgänge, etwa von der Tauchschule in Purteen Harbour angeboten, besonders lohnen. Die lohnenswertesten Spots sind neben Keem Bay übrigens Achill Head und The Bills‘ Rocks, die ein paar Kilometer vor der Küste eindrucksvoll aus dem Meer ragen.
Raue Landschaft, viele Wanderwege
An Land trifft man vor allem Schafe, Menschen weniger. Auf 146 Quadratkilometern leben gerade einmal rund 2500. Hinzukommen insbesondere in den Frühlings- und Sommermonaten zahlreiche Surfer, Wanderer, Backpacker. Doch angesichts Dutzender Wanderwege verlaufen die sich schnell. Was im unerschlossenen Norden und Westen durchaus wörtlich zu nehmen ist. Neben den Stränden ist die karge Einöde vermutlich mitverantwortlich, warum sich Achill als „jewels in the crown of Ireland’s Wild Atlantic Way“ bezeichnet. Zurückhaltendes Marketing geht anders, denn die 2600 Kilometer lange Küstenstraße, die auch Wanderern reizvolle Varianten bietet, steckt voller Highlights. Stichwort Cliffs of Moher, Connemara Nationalpark, Kerry. Andererseits: Übertrieben ist der Juwelvergleich auch nicht.

Rein ins Wasser oder rauf auf die Riesenklippe?
Das zeigt sich auch in Keel East, einer jahrtausendealten Megalithanlage, und erst recht in Keem Bay. Klein, sandig, von Felsen gesäumt, türkises Wasser, ein Traum und zu Recht unter den sechs „Best wild swimming spots of UK and Ireland“. Lonely Planet hat Keem Bay gar zu einem der 100 schönsten Strände der Welt gekürt. Auch weil es weder Häuser noch Infrastruktur gibt. Hier endet die Straße, beginnt die Wildnis. Ab jetzt geht’s für alle nur noch zu Fuß weiter. Let’s go West! Näher ran an Amerika, weiter weg von der Zivilisation. Und beim Erklimmen des steilen Wegs auf den Achill Head, steigt der Puls nicht nur aufgrund der Anstrengung, sondern auch wegen des Ausblicks auf die Cliffs of Croaghaun. Über 600 Meter ragen sie aus dem Meer empor, eine der höchsten Klippen Europas. Das Beste: Das Schauspiel genießen Wanderer – neben Bootstouristen – exklusiv. Folgen sie den Schafspfaden (und ihrem Kompass) hinauf, wartet unterm „Gipfel“ der nächste Hingucker, ein See. Bunnafreva Lough West residiert einsam 300 Meter über dem Meeresspiegel, königlich.
Geschichte zum Staunen – und zum Nachlesen
Auch wenn man auf dem weiteren Weg durch die Moorberglandschaft zu manch versteckter Bucht hinabsteigen könnte, zieht es die meisten Richtung Slievemore Deserted Village. Die Ruinen der einst 80 bis 100 Häuser sind eindrucksvolle Zeitzeugen der Großen Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Man könnte bei den Infotafeln und zwischen den Mauerresten Stunden verbringen, doch es gibt noch mehr zu entdecken. Der Mount Slievemore, aufgrund seiner konischen Bergform Insel-Ikone, will bestiegen, Dugort Beach, vor Jahrzehnten weggespült und 2017 mit Tonnen voller Sand „zurückgekehrt“, erkundet und das hammelbasierte Stew im Restaurant in Dugort probiert werden. Ferner warten die letzten Kilometer zurück nach Achill Sound. Oder eine Nacht im Cottage?
Was für „Bervie‘s Guesthouse“ in Keel spricht, ist zum einen die grandiose Atmosphäre mit Blick auf den kilometerlangen Strand, den neben Surfern zunehmend auch Saunafans lieben – Stichwort Fass-Saunas in den Dünen – und zum anderen die Auszeichnung als „Georgina Campbell Host of the Year Award 2023“. Ja, und dann kann es zudem passieren, dass man dem Sohn von Heinrich Böll begegnet, macht René Böll hier doch regelmäßig Urlaub – so wie sein berühmter Vater. Die Aufenthalte auf Achill Island hat der deutsche Literaturnobelpreisträger sogar schriftstellerisch verarbeitet – im „Irischen Tagebuch“.
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Der besondere Tipp: Achill Island im Film
„The Banshees of Inisherin“ ist mit Sicherheit einer der aufwendigsten, ergreifendsten und damit auch besten irischen Filme der vergangenen Jahre. Ein Grund dafür ist Achill Island, das neben den Aran Islands als zentraler Drehort diente und in etlichen Einstellungen im wahrsten Sinne groß rauskommt. Ihre raue, abgeschiedene Landschaft passt ja auch perfekt zur melancholischen Handlung, die im frühen 20. Jahrhundert angesiedelt ist. Regisseur Martin McDonagh setzte auf Authentizität statt Studioästhetik – und fand auf Achill jede Menge passende Set-Kulissen. So wurde der mit Colin Farrell und Brendan Gleeson meisterhaft besetzte Streifen unter anderem in Keem Bay, am Purteen Harbour oder nahe dem Corrymore Lake gedreht – Orte, die die Isolation der Figuren visuell verdichten. Dass das Epos bei den Oscars 2023 trotz neun Nominierungen leer ausging, war freilich etwas enttäuschend, aber ganz ehrlich: An der Kulisse kann es nicht gelegen haben…
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Plus One: Blacksod Sea Safari
Zwischen Achill Island und der Belmullet Halbinsel liegt die Blacksod Sea – ein buchten- und inselreiches, raues Gewässer, in dem sich nur wenige gut auskennen. Einer, der sich bestens auskennt, ist Michael Keane. Auf der zwischen April und Oktober angebotenen „Blacksod Sea Safari“ nimmt er seine Gäste – maximal zwölf – im Motorboot mit zu verlassenen Inseln und aktiven Leuchttürmen, zeigt neue Ausblicke auf die Küste und unterhält sie mit spannenden Geschichten von früheren Zeiten. Zu den Highlights der Tour zählen die dem Festland vorgelagert Inishkea-Inseln. Deren weiße Sandstrände vermitteln ein wenig Karibik-Gefühl, die Ruinen im Hinterland zeugen von früherer Besiedlung, vor allem durch Fischer. Auch die Tiere lieben diesen Ort, Vogelbeobachter sind regelmäßig hier. Und selbst Seehunde machen auf Inishkea Island gerne Station und liegen faul in der Sonne. Wer diesen besonderen Flecken Erde einmal länger genießen möchte, kann dort auch übernachten – entweder mietet man sich ein Haus oder man schläft gleich im Zelt. Michael Keane holt einen dann am nächsten Tag wieder ab.
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Hintergrund: Tote Hose? Mitnichten!
So ruhig wie in Keem Bay, auf dem Mount Slievemore oder auf den meisten Wanderwegen ist es nicht überall auf der Insel. Im Gegenteil: Achill Island hat eine recht unternehmungslustige und aktive Gemeinde. Ein voller Veranstaltungs- und Angebotskalender beweist das. Dessen Programm reicht dabei von Alpaka-Wanderungen über Algenbäder bis hin zu Strandsaunen und ist durchaus auch für externe Besucher offen. Das gilt insbesondere für das Wassersport- und Musikfestival „Battle for the Lake“ im September (2026: 25.-27.9.), das Menschen aus aller Welt zum Wettkampf anzieht – und zum Feiern. Wenn es eher etwas Kulturelles sein darf: Ende Juli präsentiert die Scoil Acla ihre „Sommerschule“ (2026: 26.7.-1.8.). Neben Konzerten, Dichterlesungen, Theateraufführungen und Kunstausstellungen können Interessierte auch selbst aktiv werden, etwa als Teilnehmer an einem hoch angesehenen Autorenworkshop. Heinrich Böll und die Achill Boell Association, die überdies das „Böll Cottage“ als Residenz für Künstler und Schriftsteller verwaltet und generell Kunst und Kultur durch Aufenthalte und eben das jährliche Gedenkwochenende fördert, lassen grüßen!
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Wenn Sie mehr über Irland erfahren möchten, hören Sie doch einfach mal rein in die Podcasts von Tourism Ireland.
Links:
www.ireland.com/de-de/destinations/experiences/wild-atlantic-way/
www.ireland.com/de-de/destinations/regions/keem-strand/
https://geekireland.com/everything-we-know-about-the-banshees-of-inisherin/
https://www.northmayo.ie/exploring-belmullet-a-quick-road-trip-diary/
www.visitblacksodlighthouse.ie
https://heinrichboellcottage.com
Weitere Links:
www.visitachill.com/en/keembay.html
Schlagwörter: Achill Island | Insel | Strand | Keem Bay | Keel | Heinrich Böll | Klippe | Banshees of Inisherin | Riesenhai | Wandern | Set-Jetting | Film | County Mayo | Irland
(21.04.2026-ch)
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