50 Jahre U2: Irlands größte Rockband feiert Jubiläum
Ein halbes Jahrhundert irische Musikgeschichte – eine gute Gelegenheit, auf den Spuren von Bono und Co. durch Dublin zu wandeln.

Frankfurt am Main, 15.7.2026 – Es ist unmöglich, U2 nicht zu kennen. Songs wie „With or Without You“, „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ oder „One“ wurden zu Hymnen, „Sunday Bloody Sunday“ und „Pride“ zum Soundtrack ganzer Generationen. Apropos Stolz: Den darf die aus Dublin stammende Band durchaus empfinden. Im September 2026 feiert sie nämlich ihr 50-jähriges Bestehen und damit eine Karriere, die ihresgleichen sucht. Schließlich verkauften die Musiker um Bono und The Edge im Laufe von fünf Jahrzehnten mehr als 175 Millionen Alben, sorgen seit Jahrzehnten (und noch immer) für ausverkaufte Stadien auf allen Kontinenten und kommen auf 22 Grammy Awards! Das ist mehr als jede andere Band in der Geschichte dieser Auszeichnung. 2005 folgte mit der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame einer der größten Ritterschläge der Musikwelt.
Dabei begann alles erstaunlich unspektakulär: mit einem Aushang an der Pinnwand einer Schule im Dubliner Stadtteil Clontarf. Im September 1976 suchte der damals 14-jährige Larry Mullen an der Mount Temple Comprehensive School Mitstreiter für eine Band. Unter den Schülern, die sich meldeten, waren Paul Hewson (später Bono), David Evans (The Edge) und Adam Clayton. Eine erste Jam-Session im Elternhaus von Mullen in der Rosemount Avenue legte den Grundstein für eine der außergewöhnlichsten Geschichten der Rockmusik.
One: Es gibt nur eine Stadt für U2 – Dublin
Der 25. September 2026 markiert den Jahrestag jener ersten Zusammenkunft der späteren Bandmitglieder, die sich im Übrigen zuerst „Feedback“ und „The Hype“, ab 1978 dann U2 nannten. Welche offiziellen Feierlichkeiten die Musiker selbst für den 25.9.2026 planen, ist bislang nicht vollständig bekannt. Fest steht jedoch: Fans weltweit fiebern dem Jubiläum entgegen und Dublin wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Denn U2 und Dublin sind bis heute untrennbar verbunden. Die Stadt prägte den Sound, die Haltung und die Geschichten der Band. U2 wiederum hat seiner Heimatstadt längst einen festen Platz in der internationalen Popkultur verschafft. Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. wurden zu kulturellen Botschaftern Irlands.
Zum Jubiläumsjahr sind neue musikalische Projekte angekündigt. Dazu gehört die jüngst veröffentlichte Single „Street of Dreams“, außerdem wurde ein neues Studioalbum für die zweite Jahreshälfte 2026 in Aussicht gestellt. Ein konkreter Termin und Details sind jedoch noch nicht offiziell bekannt. Auch über eine neue Welttournee wird unter Fans seit Längerem spekuliert. Ob sie womöglich am „Band-Geburtstag“ verkündet wird?

Beautiful Day: Dublins U2-Walking-Tour
Was U2 über fünf Jahrzehnte besonders gemacht hat, ist die Verbindung von großen Rockmomenten und gesellschaftlichem Anspruch. Doch wer verstehen möchte, woher diese Mischung aus Weltoffenheit und Bodenhaftung kommt, muss nach Dublin reisen. Gerade die Innenstadt ist besonders eng mit Bono und U2 verbunden. Die „U2 Walking Tour“ verbindet zahlreiche Orte, die von der Geschichte der Band erzählen. Praktisch: Über die Route lassen sich wichtige Stationen individuell entdecken. Dazu zählen das Croke Park Stadium, in dem U2 mehrfach vor ausverkauftem Haus, also mehr als 80.000 Fans, spielte, ebenso wie das Hörgerätegeschäft Bonavox in der North Earl Street, das Paul Hewson zu seinem Künstlernamen inspirierte. Auch das „Clarence Hotel“ gehört dazu: Das am River Liffey gelegene Haus, das Bono und The Edge bis vor einigen Jahren gehörte, wurde 2000 zur Bühne für eine legendäre „Beautiful Day“-Performance auf dem Dach für die BBC-Sendung „Top of the Pops“. Weitere Videospuren finden sich am Fitzwilliam Square, dessen elegante georgianische Fassaden im Clip zu „The Sweetest Thing“ zu sehen sind.
The Sweetest Thing: Museen, Memorabilia und ein bisschen Rock’n’Roll
Einen lohnenden Stopp stellt auch das Little Museum of Dublin dar. Die von Fans zusammengestellte Ausstellung „U2: Made in Dublin“ zeigt zahlreiche Erinnerungsstücke aus der Bandgeschichte, darunter das Originalschild des Clubs „McGonagles“, in dem U2 in den Anfangsjahren auftrat. Weitere Band-Memorabilia beheimatet das „Hard Rock Café Dublin“ in Temple Bar, darunter Bonos Sonnenbrille aus dem Video zu „Beautiful Day“ und handgeschriebene Liedtexte zu „Please“. Der legendäre Trabant aus der Zoo-TV-Ära gehört seit der Restaurierung allerdings der Vergangenheit an. Eine interessante Verbindung besteht indessen zur National Gallery of Ireland. Dort hängt seit 2003 ein Ölporträt von Bono, gemalt vom irischen Künstler Louis le Brocquy.
Where The Streets Have No Name: Der Sound von Windmill Lane
Der wohl wichtigste Ort für U2-Fans liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums: die Windmill Lane Recording Studios. Hier wurde Musikgeschichte geschrieben. In den ursprünglichen Studios an der namensgebenden Windmill Lane nahm die Band unter anderem „Boy“ (1980), „October“ (1981), „War“ (1983), Teile von „The Joshua Tree“ (1987) und „Achtung Baby“ (1991) auf, allesamt Alben mit Kult-Status.
Die berühmten Außenmauern wurden über Jahrzehnte von Fans mit Graffiti verewigt und sind bis heute ein beliebtes Fotomotiv. Teile dieser Kunstwand wurden in den Neubau integriert, wo weiterhin Musik produziert wird und man bei einer interaktiven Tour einen Blick hinter die Kulissen werfen kann. Auch das nahe gelegene Hanover Quay Studio gehört zur U2-Geschichte. Besucher haben dort zwar keinen Zutritt, aber der Ort gehört für viele Fans trotzdem zum Dublin-Programm. Schließlich könnte es durchaus passieren, dass man hier Bono & Co. in die Arme läuft …
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Der besondere Tipp: Das Irish Rock’n’Roll Museum
Mitten im Ausgehviertel Temple Bar wartet ein „Muss“ für U2- und überhaupt für alle Musikfans: das Irish Rock’n’Roll Museum. Schon die knallrote Außenfassade mit der „Wall of Fame“ ist ein Hingucker. Riesige Schwarzweißporträts erinnern dort an die „Irish Music Royalty“, von Phil Lynott von Thin Lizzy über The Cranberries bis zum legendären Gitarristen Rory Gallagher (den The Edge als Idol nennt und zu dessen Ehren er im Übrigen eine bronzene Fender-Stratocaster-Nachbildung an die Hauswand der unweit entfernten „Rory-Gallagher-Corner“ anbringen ließ). Aber zurück zur „Museums-Hauswand“: Das größte Bild gebührt dort, wen wundert’s: den vier jungen Musikern von U2. Auch im Museuminneren geht es um sie, aber auch um alle anderen großen Namen der irischen Musikgeschichte. So erfährt man spannende Geschichten über die Karrieren, Erfolge und persönlichen Wege von Bob Geldof, The Pogues, Sinéad O’Connor und vielen weiteren. Über ihre (versteckten) Musiktalente erfahren Besucher womöglich im „Jam Room“, wo sie selbst zu Instrumenten greifen können. Im angeschlossenen Recording Studio erleben sie dann, wie aus einzelnen Spuren ein fertiger Song entsteht. Ob der an die Hits von U2 rankommt?
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U2 im Film: Rockgeschichte in Bildern
Die vier Iren haben nicht nur Musikgeschichte (unter anderem mit den spektakulären Live-Auftritten in Las Vegas‘ „Sphere“) geschrieben, sondern auch im Film Spuren hinterlassen. Besser: in Filmen. Die Konzertdokumentation „Rattle and Hum“ (1988) fing den Mythos der Band zwischen Stadionrock, Gospel und amerikanischen Einflüssen ein, später folgten weitere Konzertfilme wie „U2 3D“ (2008), der erste digitale 3D-Konzertfilm überhaupt. 2025 stand dann vor allem Bono im Mittelpunkt: Die Dokumentation „Bono: Stories of Surrender“ feierte bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere und erhielt dort minutenlange Standing Ovations. Der 86-minütige Film von Andrew Dominik basiert auf Bonos Autobiografie „Surrender: 40 Songs, One Story“ und seiner One-Man-Show. In eindringlichem Schwarz-Weiß erzählt der Sänger von seinem Leben als Sohn, Ehemann, Vater, Aktivist und Rockstar. Neu interpretierte U2-Klassiker verleihen den persönlichen Geschichten zusätzliche Tiefe.
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Eine tierische Anekdote zum Schluss: Was U2 und Schafe gemeinsam haben
Wie eng U2 und Dublin verbunden sind, beweist der Ehrentitel „Freemen of the City of Dublin“, mit dem alle vier Mitglieder der Band im Jahr 2000 ausgezeichnet wurden. Mit dieser besonderen Würde sind nicht nur Anerkennung und Prestige verbunden, sondern auch ein kurioses historisches Privileg: Wer zum „Freeman“ der irischen Hauptstadt ernannt wird, darf im berühmten Stadtpark St Stephen’s Green sogar Schafe weiden lassen, zumindest theoretisch. Warum nicht auch praktisch?, dachten sich Bono und The Edge. Nur einen Tag nach der Verleihung tauchten die beiden mit zwei Lämmern im Park auf. Ihre tierischen Begleiter nannten sie augenzwinkernd „My Little Lamb“ und „Michael Jackson“. Es ist jedenfalls eine Anekdote, die perfekt zu U2 passt: ein bisschen skurril, ein bisschen selbstironisch und mit jener Mischung aus Weltstar-Attitüde und Dubliner Bodenständigkeit, die die Band bis heute prägt. Im Übrigen wohnen Bono und The Edge sogar weiterhin im Großraum Dublin. Ob mit oder ohne Schafe, ist nicht bekannt.
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Wenn Sie mehr über Irland erfahren möchten, hören Sie doch einfach mal rein in die Podcasts von Tourism Ireland.
Links:
https://www.ireland.com/de-de/destinations/experiences/dublin/
www.ireland.com/de-de/magazine/music/u2-and-dublin/
www.visitdublin.com/guides/u2-dublin-tour
https://crokepark.ie/special-events/concerts
https://cafe.hardrock.com/dublin/
https://www.nationalgallery.ie/
https://irishrocknrollmuseum.com
www.youtube.com/watch?v=p6U1sDbzraE
Schlagwörter: Irland | Musik | U2 | Dublin | Bono | Konzert | The Edge | Rock | Kultur | Windmill Lane Studios | Temple Bar | Docklands
(15.07.2026-ch)
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